MEX 2026

Veröffentlicht am 30. Oktober 2026 um 00:09

MEX Berlin 2026: Ein starkes Programm verdient ein schöneres Ambiente

von Lars A. Cramer · moin.fm

Musik, Synchronstars und zahlreiche Showacts: Die MEX Berlin überzeugte erneut mit ihrer Programmvielfalt. In den uns geschilderten Besucherreaktionen stand dem großen Lob für das Angebot allerdings ein deutlicher Wunsch gegenüber: Die Gestaltung der Convention muss einladender werden.

Die Programmgewalt ist nach wie vor gegeben: Wer die MEX Berlin vom 23. bis 25. Oktober 2026 besuchte, fand zahlreiche Gründe, zwischen den Bühnen unterwegs zu sein. Konzerte, Showgruppen, Synchronsprecher, Tanz und Cosplay sorgten für ein Wochenende, das unterschiedlichste Interessen innerhalb der Community zusammenbrachte. Das sehr gute und vielseitige Programm wurde auch in den Rückmeldungen an moin.fm ausdrücklich positiv hervorgehoben.

Gleichzeitig zeigte sich ein Punkt, an dem die MEX aus unserer Sicht dringend arbeiten sollte: das Ambiente. Mehrere Besucher schilderten uns, dass Teile der Veranstaltung räumlich eher an eine Berufsschule erinnerten als an eine Anime-, Manga- und Cosplay-Convention. Als konkrete Gründe nannten sie vor allem die zur Absperrung eingesetzten Baugitter und fehlende zusätzliche Bodenbeläge. Das ist keine repräsentative Befragung, aber ein wiederkehrender Eindruck in den uns übermittelten Rückmeldungen – und einer, den die Veranstaltung ernst nehmen sollte.

Musikalisch hatte die MEX einiges aufzubieten

Das Musikprogramm gehörte zu den großen Stärken des Wochenendes. Mit BABYBEARD, NCHIVE, den Anime Allstars und R!N, auch bekannt als Gemie, vereinte das Headliner-Aufgebot unterschiedliche musikalische Interessen. Hinzu kamen Anbu Monastir, Animetrix und Momoku mit Anime-Rap.

Die Anime Allstars waren mit Petra Scheeser, Julia Scheeser, Ron van Lankeren und Frank Schindel angekündigt. Schon dieses Aufgebot verdeutlichte, wie eng Musik und die persönlichen Erinnerungen vieler Anime-Fans miteinander verbunden sind. Für eine Convention ist ein solcher Programmpunkt besonders wertvoll: Er spricht Menschen über verschiedene Serien und Fangruppen hinweg an.

Auch Nika Lenina, Secrety, JoJe, Rebecca Gold und Marlyna standen im Bühnenplan. Damit bot die MEX weit mehr als einzelne große Namen am Abend. Musik zog sich durch das Wochenende und gab dem Programm eine Vielfalt, die in den positiven Rückmeldungen zum Gesamtangebot ihren Widerhall fand.

Bekannte Stimmen und die Menschen dahinter

Ebenso stark besetzt war der Synchronbereich. Zum Gästeaufgebot gehörten Nicolás Artajo, Daniela Reidies, Christian Zeiger, Maria Koschny, Julia Casper, Peter Flechtner, Julius Faehndrich, Jonas Schmidt-Foß und Till Flechtner.

Die Kombination aus Autogrammmöglichkeiten und Gesprächsrunden gab diesem Bereich einen festen Platz im Convention-Programm. Auf der Action Stage waren unter anderem Panels mit Julia Casper, Christian Zeiger und Daniela Reidies sowie mit Jonas Schmidt-Foß, Julius Faehndrich und Till Flechtner vorgesehen. Eine weitere Runde brachte Peter Flechtner und Nicolás Artajo zusammen.

Solche Begegnungen machen einen wichtigen Teil des Reizes einer Convention aus. Stimmen, die Fans aus ihren Lieblingsgeschichten kennen, bekommen ein Gesicht. Zugleich eröffnet das Gespräch über Synchronarbeit einen Zugang zu einem Beruf, dessen Bedeutung beim alltäglichen Schauen leicht in den Hintergrund gerät. Dass die MEX diesem Bereich so viel Raum gab, ist ausdrücklich positiv hervorzuheben.

Showgruppen tragen die Vielfalt der Convention

Auch das Showprogramm bot reichlich Auswahl: Horo war mit „Genshin Impact – Stimmen aus einer verlorenen Zeit“ vertreten, Daijoubu mit „Die Tagebücher der Apothekerin – Von Risiken und Nebenwirkungen“. Hinzu kamen Mad Musical Company, Otakus Live, Oblivion, NOBODY und die Inyeon Crew.

Auf der Action Stage ergänzten unter anderem der AniManga Chor, The CosComedians, Nightblooms, Last Lullaby, Berlin Korean Dance und Spell of Darkness das Angebot. Dazu kamen Fashion-Präsentationen, Cosplay-Wettbewerbe und K-Pop Random Dance.

Gerade diese Bandbreite verdient Anerkennung. Die MEX schafft damit Raum für unterschiedliche Formen von Fankultur und für Menschen, die selbst kreativ werden. Showgruppen und Community-Acts gehören wesentlich zur Identität einer solchen Veranstaltung. Hinter ihren Beiträgen stehen Vorbereitung, Proben und persönlicher Einsatz – und ein Programm dieser Größe lebt davon, ihnen eine Bühne zu geben.

Das Lob für das Programm ist deutlich

In den an uns herangetragenen Rückmeldungen wurde das diesjährige Programm sehr positiv bewertet. Seine Vielfalt und die Mischung aus musikalischen Gästen, Synchronsprecher und Showacts blieben als klare Stärken in Erinnerung.

Auch für uns ist das der zentrale positive Befund: Inhaltlich hat die MEX viel zu bieten. Wer wegen der Gäste, der Konzerte und der Bühnenprogramme kommt, findet ein umfangreiches Angebot. Die Arbeit, die in dessen Zusammenstellung steckt, verdient entsprechend Anerkennung.

Gerade deshalb fällt die Diskrepanz zur räumlichen Gestaltung auf. Ein so reichhaltiges Programm weckt die Erwartung, dass auch das Umfeld die Besucher willkommen heißt und die besondere Atmosphäre einer Convention unterstützt.

Beim Ambiente besteht deutlicher Verbesserungsbedarf

Die Kritik an Baugittern und fehlenden Bodenbelägen betrifft mehr als eine dekorative Geschmacksfrage. Sie beschreibt den Eindruck, den Räume vermitteln: Wirken sie als zusammenhängender Veranstaltungsort gestaltet? Laden sie zum Verweilen ein? Ist auch zwischen den Bühnen erkennbar, welche Kultur hier gefeiert wird?

Absperrungen erfüllen selbstverständlich organisatorische Aufgaben. Dennoch bleibt die Frage, wie sie optisch in die Veranstaltung eingebunden werden können. Gestaltete Verkleidungen, gezielte Farb- und Lichtakzente oder einladendere Aufenthaltsbereiche könnten helfen, den von Besucher beschriebenen nüchternen Eindruck zu verändern. Wo geeignete Bodenbeläge möglich sind, könnten auch sie zur räumlichen Gestaltung beitragen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Bereich mit aufwendigen Kulissen auszustatten. Schon eine erkennbare gestalterische Linie könnte viel bewirken. Cosplayer und Künstler bringen selbst enorme Kreativität mit. Ein entsprechend gestaltetes Umfeld würde diesen Beitrag aufgreifen und der Veranstaltung auch abseits ihrer Bühnen mehr Charakter geben.

Über die konkreten organisatorischen oder finanziellen Gründe für die beanstandete Gestaltung liegen uns keine belastbaren Informationen vor. Die Kritik richtet sich deshalb an die wahrgenommene Wirkung, nicht an unterstellte Motive der Verantwortlichen.

Die MEX 2026 bleibt für uns eine Veranstaltung mit einem sehr guten, umfangreichen Programm, das in den Besucherreaktionen zu Recht viel Lob erhielt. Für die nächste Ausgabe wünschen wir uns, dass die Gestaltung der Räume mit diesem Angebot Schritt hält. Die musikalischen Gäste, Synchronsprecher und Showgruppen liefern bereits viele Gründe für einen Besuch. Ein einladenderes Ambiente würde helfen, daraus ein noch stimmigeres Convention-Erlebnis zu machen.

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