Gamescom 2026

Veröffentlicht am 8. September 2026 um 23:59

gamescom 2026: Volle Hallen, starke Indies und Einblicke, die Lust auf mehr machen

von Lars A. Cramer · moin.fm

Mehr Menschen, längere Schlangen – und viele gute Gründe, trotzdem begeistert nach Hause zu fahren: Die gamescom 2026 überzeugte uns mit kreativen Indie-Spielen, spannenden Business-Terminen und exklusiven Einblicken von Ghost Haunting bis ANANTA.

Wer zur gamescom fährt, braucht Neugier, bequeme Schuhe und Geduld. In diesem Jahr war besonders von Letzterer reichlich gefragt. Mehr Besucherinnen und Besucher bedeuteten aus unserer Sicht auch mehr Anstehen, mehr Gedränge und mehr Stress zwischen den Terminen. Gleichzeitig zeigte die Messe, warum sie für uns als moin.fm weiterhin ein so spannender Ort ist: Zwischen gigantischen Spielepräsentationen, kleinen Entdeckungen und Gesprächen hinter verschlossenen Türen gab es reichlich Anlass zur Vorfreude.

368.000 Menschen besuchten die gamescom 2026 – rund 11.000 mehr als im Vorjahr. Dazu kamen 1.743 ausstellende Unternehmen auf einer vollständig belegten Bruttoausstellungsfläche von rund 233.000 Quadratmetern. Beeindruckende Zahlen, die sich beim Gang über das Gelände allerdings auch bemerkbar machten. Gerade an den Publikumstagen wurde es nach unserem Eindruck stellenweise wirklich eng. Wer mehrere Spiele ausprobieren und nebenbei noch etwas vom Rahmenprogramm mitnehmen wollte, musste Zeit und Ausdauer mitbringen.

Im Indie-Bereich wächst die Freude am Entdecken

Einer der erfreulichsten Eindrücke dieser gamescom war für uns die Entwicklung des Indie-Bereichs. Hier tut sich zunehmend etwas – und das lässt sich auch an den offiziellen Angaben ablesen: Mehr als 420 Unternehmen waren in der Indie Area vertreten, gegenüber 364 im Vorjahr. Die Veranstalter meldeten ein Wachstum von rund 16 Prozent.

Für uns steckt darin ein wesentlicher Teil der Anziehungskraft dieser Messe. Bei all den großen Namen und aufwendigen Inszenierungen sind es immer wieder eigenständige Ideen, die besonders neugierig machen. Spiele, bei denen ein ungewöhnlicher Ansatz, ein besonderer Zeichenstil oder eine gute Geschichte ausreichen, um stehen zu bleiben und genauer hinzusehen. Die wachsende Präsenz solcher Projekte gehört für uns klar zu den positiven Entwicklungen der gamescom.

Ghost Haunting: Ein Adventure, das uns sofort begeistert hat

Zu unseren persönlichen Höhepunkten gehörten die Einblicke in kommende Veröffentlichungen von Daedalic Entertainment. Besonders Ghost Haunting hat es uns angetan: ein Point-and-Click-Adventure, dessen gezeigter Ausschnitt bei uns einen ausgesprochen starken Eindruck hinterlassen hat.

Das Spiel stammt von Three Headed Monkey Studios und verbindet einen klassischen Pixel-Look mit einer ungewöhnlichen Ausgangsgeschichte. Die achtjährige Gigi entdeckt, dass ihr Großvater ein legendärer Geisterjäger ist. Gemeinsam mit dem Kürbisdämon Baron Butternut will sie daraufhin ihre verstorbene Großmutter aus dem Reich der Toten zurückholen.

Das klingt schräg, verspricht aber zugleich eine Geschichte mit emotionalem Kern. Humor, Tod und Erwachsenwerden treffen hier auf die Tradition der Grafik-Adventures der Neunzigerjahre. Hinzu kommen angekündigte Komfortfunktionen wie ein Hinweissystem und eine Hotspot-Anzeige.

Unser erster Eindruck fällt deutlich aus: Das könnte ein richtig großartiges Adventure werden. Was wir sehen durften, machte jedenfalls enorme Lust darauf, Gigi auf ihrem Abenteuer weiterzubegleiten. Eine abschließende Bewertung des vollständigen Spiels ist das selbstverständlich noch nicht – die Begeisterung über den Messe-Einblick aber sehr wohl.

Im Business-Bereich glühten die Ohren

Auch abseits der öffentlich zugänglichen Spielstationen gab es für uns reichlich Gesprächsstoff. Bei den Business-Terminen glühten angesichts der vielen neuen Projekte und kommenden Inhalte buchstäblich die Ohren. Die gamescom ist eben auch ein Ort, an dem sich ein Blick auf das werfen lässt, was die kommenden Monate prägen könnte.

Zu unseren Einblicken gehörten neue Inhalte rund um Q für Star Trek: Voyager – Across the Unknown. Gerade bei einer Figur, die für unberechenbare Prüfungen und das genüssliche Infragestellen vertrauter Regeln steht, ist das eine reizvolle Perspektive.

Zur inzwischen öffentlichen Einordnung: Q Trials ist ein kostenloser Roguelite-Modus, der wechselnde Herausforderungen, zufällige Ereignisse und unterschiedliche Zusammenstellungen der Crew einführt. Daneben gibt es kostenpflichtige Erweiterungen. Die Bezeichnung „Q-DLC“ allein würde diese verschiedenen Inhalte daher nicht sauber auseinanderhalten. Unser Messebesuch hinterließ vor allem den Eindruck, dass die Reise der Voyager spielerisch noch einiges zu bieten hat.

ANANTA: Angespielt – und mit großer Vorfreude zurückgeblieben

Ein weiterer besonderer Termin führte uns zu ANANTA von Naked Rain. Wir durften das streng gehütete Projekt tatsächlich selbst anspielen.

Über weitere Einzelheiten können wir aufgrund der geltenden Vertraulichkeitsvereinbarung noch nicht berichten. Was wir aber sagen dürfen: Dieser Einblick hat uns ausgesprochen gut gefallen. Unser Eindruck nach dem Anspielen lässt sich durchaus so zusammenfassen: Da könnte etwas richtig Tolles auf uns zukommen.

Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht. Die Vorfreude nehmen wir trotzdem mit – und werden auf die weiteren öffentlich freigegebenen Informationen entsprechend gespannt schauen.

The Witcher: Ein vertrautes Abenteuer bekommt neuen Schwung

Auch The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past gehörte zu den Präsentationen, die uns nachhaltig beeindruckt haben. Es ist schon bemerkenswert, wenn ein seit so vielen Jahren bekanntes Spiel erneut eine solche Aufbruchsstimmung auslösen kann.

Die neue Erweiterung entsteht bei CD Projekt Red gemeinsam mit Fool’s Theory und ist für 2027 angekündigt. Öffentlich vorgestellt wurde unter anderem die neue Region Letten, in der Geralt weitere Quests, Charaktere und Geheimnisse erwarten.

Was uns daran begeisterte, war vor allem das Gefühl, dass in dieser vertrauten Spielwelt noch einmal ein neues Abenteuer auf uns wartet. Das Gezeigte wirkte auf uns brillant und machte unmittelbar Lust auf die Rückkehr. Ein Spiel mit einer solchen Geschichte noch einmal mit frischem Fahrtwind zu erleben, hatte für uns etwas Berauschendes.

Zwischen Cosplay, Kunst und einem Friseurbesuch

Natürlich bestand die gamescom auch 2026 aus weit mehr als den Spielen selbst. Wer zwischen zwei Terminen etwas anderes suchte, konnte vom Friseurangebot bis zu Energy-Getränken allerlei entdecken. Hinzu kamen das Cosplay Village und die aus unserer Sicht wunderbar kuratierte Artist Alley.

Gerade diese kreativen Bereiche bereicherten unseren Messebesuch. Sie machten sichtbar, wie viel Menschen selbst zu den Welten beitragen, die sie lieben: durch Kostüme, Illustrationen, eigene Interpretationen und handwerkliche Arbeit. Die Artist Alley gehörte deshalb für uns ausdrücklich zu den schönen Seiten dieser gamescom.

Die Messe versucht, sehr unterschiedliche Interessen unter einem Dach zusammenzubringen. Das sorgt für Abwechslung und eröffnet viele Möglichkeiten, den Besuch individuell zu gestalten. Zugleich verschärft die Fülle an Angeboten die Frage, wie angenehm sich das alles bei wachsendem Andrang noch erleben lässt.

Viel Vorfreude – und der Wunsch nach mehr Luft

Die positive Bilanz der Veranstalter passt in vielen Punkten zu unseren Erlebnissen. Branchenverbandschef Felix Falk hob die Bedeutung der Messe als internationale Plattform und den dort spürbaren Zukunftsdrang hervor. Koelnmesse-Chef Gerald Böse betonte insbesondere die Verbindung zwischen Menschen aus aller Welt.

Für uns zeigte sich diese Stärke besonders in den Gesprächen, den kreativen Indie-Projekten und den Einblicken in kommende Spiele. Gleichzeitig gehören längere Wartezeiten und das Gedränge zu einem ehrlichen Rückblick dazu. Mit steigenden Besucherzahlen wird die Aufenthaltsqualität für die kommenden Ausgaben umso wichtiger.

Wir nehmen von der gamescom 2026 vor allem Begeisterung mit: für Ghost Haunting, für unseren ersten spielbaren Eindruck von ANANTA, für Geralts nächstes Abenteuer und für die vielen Ideen, die im Indie- und Business-Bereich sichtbar wurden. Die Füße hätten sich gelegentlich eine Pause gewünscht. Die Neugier hätte problemlos noch ein paar weitere Termine mitgenommen.

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.