Endless Rails

Veröffentlicht am 5. November 2026 um 21:58

Verlieren gehört hier zum Fahrplan!

Durch Verlieren wird man im Endeffekt stärker. Was wie ein aufmunternder Kalenderspruch klingt, beschreibt Endless Rails ziemlich gut. Das Gameplay ist einfach zu verstehen, wird aber zunehmend herausfordernd: Der Zug wächst, die Monster werden schneller und irgendwann ist die nächste Station plötzlich ganz schön weit entfernt.

Endless Rails von Studio Monoblok schickt uns mit einem bewaffneten Zug durch ein von Monstern bevölkertes Ödland. Drohnen verteidigen unsere rollende Festung, unterwegs sammeln wir Ressourcen und an den Stationen wird aufgerüstet. Das seit dem 29. September 2026 erhältliche Spiel verbindet damit die Gegnerhorden eines Bullet-Heaven-Spiels mit Zugbau und dauerhaften Verbesserungen zwischen den Versuchen.

Für mich liegt der Reiz genau in dieser Mischung: Man versteht schnell, worum es geht, merkt aber ebenso schnell, dass Verstehen und Überleben zwei unterschiedliche Dinge sind!

Gameplay

Ein bisschen länger durchhalten, den Zug verbessern und beim nächsten Versuch weiterkommen: Endless Rails macht aus der Niederlage einen Teil des Fortschritts. Gesammelte Erträge lassen sich zwischen den Durchläufen in dauerhafte Verbesserungen investieren. Entscheidend ist also nicht das Verlieren selbst, sondern das, was man aus einer Fahrt mitnimmt.

An den Stationen kommen neue Waggons, Waffen und Verbesserungen hinzu. Außerdem lassen sich Waggons umsortieren und zusammenführen, wodurch stärkere Einheiten mit zusätzlichen Modulplätzen entstehen.

Das bringt eine schöne Überlegung ins Spiel: Ein größerer Zug bedeutet auch mehr Fläche, die geschützt werden muss. Genau dort wird es für mich spannend. Anfangs wirkt das Geschehen noch gut beherrschbar, doch mit zunehmender Zuglänge und schnelleren Monstern steigt der Druck. Einfaches Gameplay bedeutet hier keineswegs, dass man dauerhaft gemütlich durchrollen kann.

Für noch mehr Abwechslung dürfte die Auswahl an Waffen und unterschiedlichen Zugkonfigurationen allerdings größer ausfallen. Auch TheSixthAxis lobt das Zusammenführen der Waggons, sieht aber deutliche Grenzen bei der Vielfalt.

★★★★☆ – 4/5 Sterne.

Technik

Die technische Präsentation bleibt überschaubar und konzentriert sich auf das unmittelbare Geschehen. Eine aufwendige Grafikshow ist für dieses Konzept auch nicht entscheidend: Der Zug, die Gegner und die Auswirkungen der eigenen Verbesserungen müssen erkennbar bleiben.

Positiv fällt auf, dass nach Veröffentlichung an der Bedienbarkeit gearbeitet wurde. Mit dem angekündigten Update 1.1.0 kamen unter anderem Maussteuerung für die Drohnen und macOS-Unterstützung hinzu. Steam führt das Spiel außerdem als auf dem Steam Deck spielbar.

Eine uneingeschränkte Aussage zur Stabilität auf verschiedenen Geräten lässt sich aus meinen hier beschriebenen Spieleindrücken nicht ableiten. Die technische Wertung bleibt deshalb eine vorsichtige redaktionelle Einordnung auf Grundlage der ergänzenden Recherche.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

Bedienung

Das Grundprinzip ist schnell verstanden – und genau das gefällt mir. Endless Rails braucht keine lange Einarbeitung, bevor die eigentliche Herausforderung beginnt. Die automatisch feuernden Waffen entlasten bei den Eingaben; Aufmerksamkeit verlangen vor allem Positionierung, Schutz des Zuges und der sinnvolle Ausbau.

Spielemagazin.de beschreibt den Einstieg ebenfalls als unkompliziert, merkt allerdings an, dass die Verwaltung und das Zusammenführen der Waggons stellenweise ausführlicher erklärt werden könnten.

Für mich passt die grundsätzliche Richtung: Die Herausforderung entsteht daraus, mit dem wachsenden Geschehen zurechtzukommen. Wenn die Monster schneller werden, muss schließlich nicht auch noch die Bedienung im Weg stehen.

★★★★☆ – 4/5 Sterne.

Atmosphäre

Ein Zug, ein gefährliches Ödland und Monster, die uns die Weiterfahrt gründlich vermiesen möchten: Das Szenario schafft einen verständlichen Rahmen für die Action. Die Reise hat ein klares Ziel – möglichst lange überleben und die nächste Station erreichen.

Die Atmosphäre entsteht dabei vor allem durch den steigenden Druck. Je länger der Zug wird, desto stärker beschäftigt mich die Frage, wie lange sich das Ganze noch zusammenhalten lässt. Das passt wunderbar zum Spielprinzip.

Bei Umgebung, Gegnergestaltung und Musik fällt das Urteil anderer Tests zurückhaltender aus. TheSixthAxis bemängelt die wenig abwechslungsreiche Präsentation. Für mich bleibt deshalb eine passende Kulisse mit Potenzial für mehr Eigenständigkeit und Überraschungen.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

Story

Die Geschichte liefert hauptsächlich den Anlass für unsere Fahrt: Das Ödland steckt voller Monster, wir wollen entkommen und müssen unseren Zug beschützen. Umfangreiche Figurenentwicklungen oder eine ausgearbeitete Erzählung stehen nicht im Mittelpunkt. Auch Spielemagazin.de beschreibt die erzählerische Ausrichtung als stark reduziert.

Für eine schnelle Runde reicht mir dieser Rahmen durchaus. In unserer festen Kategorie „Story“ kann eine solche Ausgangsidee allerdings nur begrenzt punkten. Ein paar Ereignisse unterwegs, besondere Begegnungen oder mehr Hintergründe zur Welt könnten den Fahrten zusätzlichen Charakter geben.

★★☆☆☆ – 2/5 Sterne.

Langzeitmotivation

Hier treffen zwei Dinge aufeinander: Der Fortschritt durch wiederholte Versuche motiviert, gleichzeitig braucht ein solches Spiel langfristig genügend unterschiedliche Möglichkeiten.

Mein Eindruck vom stärker werdenden Zug und der wachsenden Herausforderung spricht klar für die nächste Runde. Doch die recherchierten Tests kritisieren wiederkehrende Abläufe und einen begrenzten Umfang. TheSixthAxis vergibt deshalb lediglich 4/10 Punkten. Auf Steam fällt das Gesamturteil zum Recherchezeitpunkt mit 68 Prozent positiven Bewertungen „ausgeglichen“ aus.

Diese Kritik schmälert den unmittelbaren Spielspaß nicht automatisch. Sie zeigt aber, wo Endless Rails noch zulegen könnte: mehr überraschende Kombinationen, mehr unterschiedliche Herausforderungen und mehr Gründe, auch nach vielen Fahrten erneut einzusteigen.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

Mein Fazit

Endless Rails hat ein Spielprinzip, das bei mir funktioniert: schnell verstanden, zunehmend herausfordernd und mit einem Fortschritt, der eine Niederlage weniger endgültig wirken lässt. Gerade das Zusammenspiel aus längerem Zug und schnelleren Monstern sorgt dafür, dass aus einer zunächst einfachen Aufgabe eine anspruchsvolle Fahrt wird.

Die größte Stärke ist das Gameplay. Bei Geschichte und langfristiger Abwechslung bleibt dagegen noch Platz für zusätzliche Inhalte. Wer Freude daran hat, seine rollende Festung immer weiter zu verbessern, bekommt hier eine unterhaltsame Idee mit einem guten Grund für den nächsten Versuch.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

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