Oma retten, Opa ignorieren!
Eine achtjährige Heldin, ein mürrischer Großvater und ein sprechender Kürbisdämon: Ghost Haunting bringt eine ausgesprochen sympathische Reisegesellschaft mit. Dazu kommen Pixelgrafik, schwarzer Humor und die große Frage, ob man seine verstorbene Oma nicht einfach aus dem Jenseits zurückholen könnte.
Vorschau auf Grundlage der veröffentlichten Informationen und bisheriger Berichterstattung; kein eigener Spieltest.
Seit dem 4. November 2026 steht eine kostenlose Demo auf Steam bereit. Entwickelt wird das Adventure vom Kölner Team Three Headed Monkey Studios, als Publisher ist Daedalic Entertainment dabei. Die Demo enthält bereits deutsche und englische Sprachausgabe und soll auch nach dem aktuellen Point & Click Showcase verfügbar bleiben.
Gameplay: Inventar auf, Vernunft aus
Ghost Haunting orientiert sich ausdrücklich an den klassischen Point-and-Click-Adventures der 90er. Gespräche mit eigenwilligen Figuren, Gegenstandskombinationen und Rätsel sollen das Abenteuer tragen. Wer bei „Monkey Island“ sofort an ungewöhnliche Lösungswege und wunderbar schräge Begegnungen denkt, versteht die Richtung, in die das Entwicklerteam möchte.
Für mich klingt das nach einer reizvollen Einladung, wieder genauer hinzuschauen, mitzudenken und sich auf die Logik einer ungewöhnlichen Welt einzulassen. Gerade bei diesem Genre entscheidet am Ende allerdings die Ausführung: Eine absurde Lösung kann großartig sein, wenn sie rückblickend einleuchtet. Ob Ghost Haunting diese Balance zuverlässig trifft, muss sich beim Spielen zeigen.
Technik: Pixel mit Persönlichkeit
Die handgefertigte Pixeloptik gehört zum Kern des Konzepts. Ergänzt wird sie durch vollständige deutsche und englische Vertonung sowie Bildschirmtexte und Untertitel in insgesamt zwölf Sprachen, darunter Japanisch und Koreanisch.
Das ist eine schöne Voraussetzung für ein Adventure, dessen Figuren und Dialoge einen erheblichen Teil des Reizes ausmachen sollen. Wie überzeugend Animationen, Sprachregie und technische Stabilität zusammenspielen, lässt sich aus einer Ankündigung allerdings noch nicht bewerten. Die Gestaltung macht neugierig; eine technische Testwertung bleibt offen.
Bedienung: Knobeln mit Unterstützung
Für die Vollversion sind ein Hinweissystem, eine Hotspot-Anzeige, Schnellreise und ein Punktesystem angekündigt. Wie das Punktesystem im Einzelnen funktioniert, erläutert die aktuelle Pressemitteilung nicht.
Besonders die Rätselhilfen finde ich als Konzept sinnvoll. Manchmal fehlt schließlich nur ein kleiner Anstoß, damit sich ein festgefahrener Gedankengang wieder löst. Auch eine Schnellreise kann helfen, wenn bereits bekannte Schauplätze für den nächsten Lösungsschritt erneut besucht werden müssen.
Entscheidend wird sein, wie gut diese Unterstützung dosiert ist und ob sie sich angenehm in den Spielfluss einfügt.
Atmosphäre: Schaurig, schräg und hoffentlich herzlich
Das Zusammenspiel aus kindlicher Entschlossenheit, Geisterwelt und schwarzem Humor besitzt einen eigenen Reiz. Gigi begegnet einer unmöglichen Aufgabe offenbar mit genau der Selbstverständlichkeit, die Erwachsene längst verloren haben.
Ein früher Messebericht des Magazins Debug von der AdventureX beschreibt den Ton als geistreich und hebt die ungewöhnlichen Figuren sowie die markante Pixelgestaltung hervor. Das ist ein interessanter erster Eindruck, aber noch kein ausführlicher Test der fertigen Fassung.
Für mich liegt das atmosphärische Potenzial darin, dass die Geisterkomik einen emotionalen Hintergrund hat. Hinter Gigis Vorhaben steckt ein sehr menschlicher Wunsch: einen geliebten Menschen wiederzusehen.
Story: Eine unmögliche Mission aus einem verständlichen Grund
Während ihrer Ferien entdeckt die achtjährige Gigi, dass ihr Großvater Giovanni ein berühmter Geisterjäger ist. Gemeinsam mit dem Kürbisdämon Baron Butternut will sie ihre Großmutter aus dem Totenreich zurückholen. Ihr Eingreifen droht allerdings eine Katastrophe auszulösen. Das Spiel verknüpft diesen Ausgangspunkt mit den Themen Erwachsenwerden und Tod.
Diese Prämisse gefällt mir besonders gut. Sie gibt der Reise einen persönlichen Anlass und lässt zugleich Raum für Komik, Konflikte und ernstere Momente. Spannend wird, ob das Abenteuer dem Verlust genügend Gewicht gibt, ohne dabei seine Leichtigkeit einzubüßen.
Langzeitmotivation: Noch eine offene Frage
Über den tatsächlichen Umfang, die Rätseldichte und einen möglichen Wiederspielwert lässt sich derzeit kein belastbares Urteil fällen. Bei einem erzählerischen Adventure hängt die Motivation ohnehin stark davon ab, wie gut Handlung, Figuren und Aufgaben über die gesamte Spielzeit tragen.
Die Demo bietet jetzt die Gelegenheit, zumindest einen ersten Eindruck von Tonfall und Spielprinzip zu gewinnen. Aus diesem Ausschnitt lässt sich aber noch keine Gesamtwertung für die Vollversion ableiten.
Mein vorläufiges Fazit
Ghost Haunting bringt eine Mischung mit, die mich neugierig macht: klassische Adventure-Ideen, eine eigenwillige Heldin und eine Geistergeschichte mit emotionalem Kern. Besonders Gigis Mission hat das Potenzial, neben schrägen Begegnungen auch berührende Momente hervorzubringen.
Die Vollversion ist für 2027 angekündigt, für PC, Mac, PlayStation, Xbox, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Ein genauer Veröffentlichungstermin steht noch aus.
Eine Sternebewertung bleibt bis zu einem eigenen Spieltest offen. Die üblichen Kategorien bleiben bestehen; angekündigte Funktionen allein bekommen jedoch noch keine Testpunkte.
Gigi möchte Oma zurückholen. Ich möchte erst einmal wissen, was dieser Kürbisdämon dabei wirklich im Schilde führt.
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