Allogloom

Veröffentlicht am 13. Oktober 2026 um 09:32

Zwischen Märchenbuch und Mottenkult

Ein verwunschenes Dorf, verschwundene Bewohner und Motten, denen ich lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte: Allogloom verbindet die Gemütlichkeit eines gezeichneten Märchenbuchs mit einer ziemlich finsteren Geschichte.

Diese Rezension ist eine quellenbasierte redaktionelle Einordnung. Da noch keine eigenen Spielerfahrungen vorliegen, sind die Sterne vorläufige Bewertungen anhand der recherchierten Informationen und Tests.

Allogloom kommt aus der Feder der Soloentwicklerin Kate, die unter dem Namen Galactic Ghosty arbeitet. Über mehrere Jahre hat sie sich dafür unter anderem Illustration, Animation und Spieleentwicklung angeeignet. Herausgekommen ist ein handgezeichnetes Point-and-Click-Abenteuer, das seit dem 13. Oktober 2026 erhältlich ist. Schon diese Entstehungsgeschichte passt wunderbar zu einem Spiel, das so viel eigene Persönlichkeit mitbringt.

Ihr begleitet Nora durch das Dorf Gruesome Grove und seine ungewöhnliche Umgebung. Nachdem Bewohner entführt wurden, führt eine geheimnisvolle Nachricht an einen verbotenen Ort. Zwischen seltsamen Gestalten, verschwundenen Angehörigen und einem beunruhigenden Mottenkult gilt es herauszufinden, was hier eigentlich gespielt wird. Dabei treffen menschliche Figuren auf Tiere und Monster – und freundlich aussehen bedeutet längst nicht, dass man jemandem vertrauen sollte.

Gameplay

Hier wird klassisch untersucht, eingesammelt, kombiniert und gerätselt. Allogloom möchte offenbar weniger die nächste große Kopfnuss-Olympiade veranstalten, sondern euch durch seine Geschichte führen. Das passt zu einem Abenteuer, dessen größter Reiz darin liegt, immer noch eine weitere Tür öffnen und ein weiteres Geheimnis verstehen zu wollen.

CGMagazine lobt die zugänglichen, unterhaltsamen Rätsel, kritisiert allerdings gelegentliches Zurücklaufen. Für mich ist das eine vielversprechende Mischung für gemütliche Rätselabende – mit etwas Geduld für wiederholte Wege. Wer besonders anspruchsvolle Denksportaufgaben sucht, sollte seine Erwartungen entsprechend einordnen.

★★★★☆ – 4/5 Sterne.

Technik

Der handgezeichnete Stil ist eine bewusste gestalterische Entscheidung und trägt das Spiel auch ohne aufwendige 3D-Effekte. Technisch zeigen die recherchierten Berichte allerdings kleinere Schwächen: CGMagazine erwähnt beispielsweise einen Darstellungsfehler sowie Musik, die gelegentlich verstummt, statt weiterzulaufen.

Auf dem Steam Deck gab es außerdem ein Problem beim Erreichen des achten Kapitels. Eine nachfolgende Entwicklerankündigung meldet einen Fix für den dort auftretenden schwarzen Bildschirm. Das spricht für aktive Nachbesserung; ein eigener Test der Korrektur liegt dieser Bewertung allerdings nicht zugrunde.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

Bedienung

Das vertraute Point-and-Click-Prinzip erleichtert den Zugang. Deutsche Bildschirmtexte sind vorhanden, eine Sprachausgabe gibt es hingegen nicht. Ihr solltet also Freude am Lesen mitbringen.

Weniger komfortabel fällt laut Gamers.at die Orientierung bei längeren Aufgabenketten aus: In der getesteten Fassung fehlten unter anderem ein Aufgabenbuch, eine integrierte Hilfefunktion und eine Schnellreise. Gerade nach einer Spielpause wäre etwas Unterstützung willkommen. Das ist kein Grund, Gruesome Grove fernzubleiben, kostet aber Komfortpunkte.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

Atmosphäre

Hier liegt für mich der größte Reiz von Allogloom! Die vom Jugendstil beeinflussten Illustrationen, ungewöhnlichen Bewohner und die Musik von Kim Miller verleihen dieser Welt einen eigenen Charakter. Zwischen gemütlich, sonderbar und bedrohlich liegt manchmal offenbar nur der nächste Bildschirm.

Dabei scheint Allogloom eher durch unterschwelliges Unbehagen als durch dauernde Schockmomente zu wirken. Genau diese Mischung macht neugierig: Man möchte diese Welt erkunden und ahnt gleichzeitig, dass man vielleicht nicht jede Antwort mögen wird. Die märchenhafte Optik sollte allerdings nicht täuschen – Blut und makabre Inhalte gehören ausdrücklich dazu.

★★★★★ – 5/5 Sterne.

Story

Noras Suche liefert einen persönlichen Ausgangspunkt, während die Geheimnisse des Dorfes den größeren Rahmen bilden. Besonders reizvoll ist, dass die Rätsel laut offizieller Beschreibung mit der Geschichte und Vergangenheit der Welt verbunden sind. So bekommt das Nachforschen einen nachvollziehbaren Anlass.

Auch Gamers.at hebt den Weltenbau und die Wendungen positiv hervor. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Wer schräge Figuren, düstere Märchen und Geheimnisse mag, findet hier gute Gründe, an Noras Seite dranzubleiben.

★★★★☆ – 4/5 Sterne.

Langzeitmotivation

Allogloom ist ein überschaubares Geschichtenabenteuer. Gamers.at nennt ungefähr acht bis zehn Stunden Spielzeit. Der Antrieb entsteht vor allem daraus, die Handlung weiterzuverfolgen und die Welt zu entdecken.

Für einen oder mehrere ausgedehnte Rätselabende klingt das sehr passend. Ein ausgeprägter Wiederspielwert lässt sich aus den ausgewerteten Quellen dagegen nicht verlässlich ableiten. Die drei Sterne bewerten deshalb die langfristige Beschäftigung – eine kompakte Geschichte kann selbstverständlich trotzdem begeistern.

★★★☆☆ – 3/5 Sterne.

Gesamtbewertung

Allogloom wirkt wie ein liebevoll gestaltetes Märchenbuch, dessen Seiten man besser nicht unbeaufsichtigt im Kinderzimmer liegen lässt. Seine besondere Welt, die düstere Geschichte und die zugänglichen Rätsel machen es für Fans klassischer Adventures interessant. Beim Bedienkomfort und der technischen Ausarbeitung bleibt noch etwas Luft nach oben.

★★★★☆ – 4/5 Sterne.

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